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Die Öltherapie

Ihre Anwendung besteht einzig und allein darin, täglich zehn bis fünfzehn Minuten lang Sonnenblumenöl im Mundraum hin und herzubewegen und danach auszuspucken.

Heilend oder zumindest lindernd soll sich die Öltherapie unter anderem bei Kopf- und Zahnschmerzen, Thrombose, Arthrose, Ekzemen, Magengeschwüren, Darm-, Nerven-, Nieren- sowie Lungenerkrankungen auswirken.

Gemäss einem Vortrag von Dr. F. Karach auf einer Tagung des Allukrainischen Verbandes der Onkologen und Bakteriologen, handelt es sich bei der Öltherapie um ein altes ukrainisches Volksheilmittel.

Wie ist die Wirksamkeit der Öltherapie zu erklären? Es ist zu beobachten, dass das Öl beim Spülen im Mund allmählich dünnflüssiger wird und eine weisse Farbe annimmt. Laut Dr. Karach ist die Flüssigkeit in diesem Zustand hoch giftig und darf nicht geschluckt werden. Sie enthält grosse Mengen von Bakterien, Krankheitserregern und anderen schädlichen Substanzen. "Würden wir einen Tropfen davon unter einem Mikroskop in 600facher Vergrösserung untersuchen, bekämen wir eine Art von beweglichen Fasern zu Gesicht - Mikroben in ihrem ersten Entwicklungsstadium." soweit Dr. Karach.

Ähnliche Überlegungen stellte Dr. Veronika Carstens in ihrem "Patientenratgeber Sonnenblumenöl" an: "Man könnte sich vorstellen, dass das Bewegen des Öls im Mund für die Mundhöhlenschleimhaut einen Reiz darstellt, der sie zur Absonderung von Schadstoffen veranlasst (das können Stoffwechselprodukte sein, das können angereicherte Mineralien sein oder auch Schadstoffe aus der Luft oder aus Nahrungsmitteln). Da es sich um Öl handelt und nicht etwa um eine wässrige Flüssigkeit, können Schadstoffe gebunden werden, wodurch die Beschaffenheit des Öls verändert wird ... das Öl hätte demnach zwei zentrale Aufgaben: einmal den Organismus zur Schadstoffausscheidung anzuregen und zum Anderen die über die Mundschleimhaut ausgeschiedenen Schadstoffe zu binden."

Ein anderer Erklärungsversuch greift auf energetische beziehungsweise schwingungsmedizinische Modelle zurück. So verweist der Arzt Dr. Harald Kinadeter auf die Medizinische Mikro-Magnetik (MMM) nach Prof. Landgreder. Danach gilt der Kiefer- und Zahnbereich als eine Art "Importhafen des Organismus", der sämtliche Schadwellen primär anzieht. Erstens kommen die Zähne ständig mit allen Nahrungsgiften von aussen in Kontakt und zweitens stehen sie in Verbindung mit allen belasteten Körpergeweben. "Diese Schadwellen", so Dr. Kinadeter, "strahlen beim Ölziehen nur zu begierig ab in das Öl, welches sie in ständigem Kontakt umspült". So würden schliesslich nach und nach alle Organe und Gewebe von solchen Schadwellen gereinigt.

Denkbar wäre auch ein Beitrag der Inhaltsstoffe des Sonnenblumenöls zur Heilung, wie etwa Günther W. Frank in einem Beitrag in "Natur und Heilen" vermutet: "Möglicherweise werden auch im Sonnenblumenöl enthaltene Informationen durch die Schleimhäute aufgenommen, z.B. die energiereichen Sonnenteilchen, die in lebendiger Nahrung gespeichert sind ... die von der Sonne abgegebenen Photonen können sich ungesättigte Fettsäuren einer Pflanze binden. So werden die Fettsäuren eletronenaktiv."

Solche Überlegungen mögen durchaus plausibel klingen. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkungsweise der Therapien oder zu den Ursachen des Heilprozesses gibt es indes nicht. "Es handelt sich", so Dr. Veronika Carstens, "bei dieser Anwendung von Sonnenblumenöl ganz offensichtlich um ein typisches Volksheilmittel bzw. um echte Erfahrungsheilkunde."

Anwendung der Öltherapie

Man nimmt, am besten am Morgen nach dem Ausstehen, 1 bis 2 Teelöffel Pflanzenöl in den Mund. Am bestens ist kalt gepresstes Sonnenblumenöl. Das Öl wird dann bei geschlossenem Mund ohne Hast und ohne besondere Anstrengung im Mund gesaugt, gespült und durch die Zähne gezogen. Das macht man 10 bis 15 Minuten lang.

Das Öl darf auf keinen Fall geschluckt werden. Am besten spuckt man es in das WC, weil die Flüssigkeit voller Bakterien, verschiedener Krankheitserreger und anderer schädlicher Substanzen ist. Spuckt man das Öl in das Waschbecken, so muss dieses gründlich gereinigt werden.

Das ausgespuckte Öl sollte so weiss wie Milch sein. Ist die Flüssigkeit noch gelb, so ist dies ein Zeichen dafür, dass die Mundspülung zu kurz war. Nach dem Ausspucken reinigt man die Mundhöhlen gründlich durch mehrmaliges Spülen und putzt die Zähne mit einer Zahnbürste.

Literatur

Margot Hellmiss: "Gesund und fit mit der Ölziehkur", Südwest Verlag, München

"Heilen im Einklang mit der Natur" - Gespräch mit Dr. Harald Kinadeter, in: Bio 3/96

Veronika Carstens: "Sonnenblumenöl - Anwendung in der Volksmedizin. Erklärungsversuche, Erfolge und Misserfolge", Schriftreihe von Natur und Medizin e.V. , Bonn 1996

Günther W. Frank: "Die Öltherapie - gesund durch Schlürfen und Saugen von Sonnenblumenöl", in: Natur und Heilen, August 1996 

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